Gut vorbereitet durch die Erkältungssaison: So füllen Sie Ihre Hausapotheke auf

Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger werden, beginnt die Erkältungssaison. Erwachsene erkranken im Durchschnitt zwei- bis viermal pro Jahr an einem einfachen Atemwegsinfekt, Kinder sogar sechs- bis zehnmal. Die ersten Beschwerden kommen oft ungelegen, etwa am Abend oder am Wochenende.

Eine gut sortierte Hausapotheke hilft Ihnen, erste Symptome rasch und sinnvoll zu lindern. Der Herbst ist daher ein guter Zeitpunkt, den vorhandenen Bestand zu prüfen und gezielt aufzufüllen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was in eine Hausapotheke für die kalte Jahreszeit gehört, wie Sie Arzneimittel richtig aufbewahren und wann ärztlicher Rat wichtig ist.

Die Grundausstattung: Was in jede Hausapotheke gehört

Unabhängig von der Jahreszeit sollte jeder Haushalt eine Grundausstattung an Hilfsmitteln und Verbandmaterial vorrätig haben. Dazu zählen:

  • FIEBER / SCHMERZEN (PARACETAMOL, IBUPROFEN)
  • VERBANDSKASTEN (DIN-NORM) UND VERBANDSMATERIAL
  • DESINFEKTIONSMITTEL FÜR DIE HAUT UND FÜR WUNDEN (OCTENISEPT, STERILLIUM)
  • VERLETZUNGEN, VERSTAUCHUNGEN (VOLTAREN, KÜHLPADS)
  • ERKÄLTUNG (ACC, NASIC, NEOANGIN, SINUPRET)
  • AUGEN- UND OHRENTROPFEN
  • ÜBELKEIT / ERBRECHEN / DURCHFALL (VOMEX, VAPRINO, IMODIUM AKUT, ELOTRANS)
  • MAGENBESCHWERDEN / VERSTOPFUNG (IBEROGAST, LEFAX, LAXOBERAL) SONNENSCHUTZ (AVÈNE, LADIVAL)
  • INSEKTENSCHUTZ UND INSEKTENSTICHE (ANTI BRUMM FORTE, FENISTIL) FIEBERTHERMOMETER, PINZETTE, SCHERE
  • HOCHWERTIGE SCHUTZMASKEN
  • AUSREICHENDE MENGE AN VERORDNETER DAUERMEDIKATION

Hilfreich ist außerdem eine Liste mit wichtigen Telefonnummern, etwa der Hausarztpraxis, des ärztlichen Bereitschaftsdienstes unter 116 117 und des Giftnotrufs. In Haushalten mit Kindern sollten alle Arzneimittel altersgerecht ausgewählt sein, da viele Präparate für Erwachsene nicht für Kinder geeignet sind.

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Die Grundausstattung einer Hausapotheke

Ergänzungen für die Erkältungszeit

Für Herbst und Winter lohnt es sich, die Hausapotheke um Mittel gegen typische Erkältungsbeschwerden zu ergänzen. Welche Präparate im Einzelfall passen, hängt von Alter, Vorerkrankungen und bereits eingenommenen Arzneimitteln ab.

Fieber und Schmerzen: Ein schmerzlinderndes und fiebersenkendes Mittel hilft bei Kopf- und Gliederschmerzen sowie erhöhter Temperatur. Für Kinder gibt es spezielle Darreichungsformen wie Säfte oder Zäpfchen, die nach Körpergewicht dosiert werden.

Schnupfen: Abschwellende Nasensprays verschaffen bei verstopfter Nase rasch Erleichterung, etwa für einen erholsamen Schlaf. Sie sollten jedoch nicht länger als sieben Tage am Stück angewendet werden, da sich die Nasenschleimhaut sonst an den Wirkstoff gewöhnen kann. Nasensprays oder Nasenspülungen auf Meerwasser- oder Salzbasis befeuchten die Schleimhaut und eignen sich auch für die längere Anwendung.

Halsschmerzen: Lutschtabletten und Gurgellösungen können ein Kratzen im Hals lindern und die Schleimhaut feucht halten.

Husten: Hier kommt es auf die Art des Hustens an. Bei festsitzendem Schleim kann ein schleimlösendes Mittel das Abhusten erleichtern. Bei trockenem Reizhusten, der etwa den Nachtschlaf stört, kann kurzzeitig ein hustenstillendes Mittel sinnvoll sein. Beide Arten sollten nicht ohne Rücksprache gleichzeitig eingenommen werden.

Selbsttests: Antigen-Schnelltests für zu Hause, teilweise als Kombinationstest auf Corona und Grippe, können bei entsprechenden Beschwerden eine erste Orientierung geben. Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion jedoch nicht sicher aus.

Wärme und bewährte Hausmittel

Neben Arzneimitteln haben sich in der kalten Jahreszeit auch einfache Maßnahmen bewährt. Ausreichend trinken, etwa warme Kräutertees oder Wasser, hält die Schleimhäute feucht. Das Inhalieren von warmem Wasserdampf kann die Atemwege befeuchten und festsitzenden Schleim lösen. Ein Luftbefeuchter oder regelmäßiges Stoßlüften wirkt trockener Heizungsluft entgegen.

Bei Erkältungsbalsamen und Inhalationszusätzen mit ätherischen Ölen ist Vorsicht geboten: Stoffe wie Menthol, Kampfer oder Eukalyptusöl sind für Säuglinge und Kleinkinder ungeeignet, da sie Atemprobleme auslösen können. Achten Sie daher auf die Altersangaben der Präparate.

Wärme tut in der kalten Jahreszeit nicht nur bei Erkältungen gut. Kühle Temperaturen, nasskaltes Wetter und weniger Bewegung führen häufig zu Verspannungen in Nacken, Schultern oder Rücken. Eine Wärmflasche, ein Körnerkissen oder Wärmepflaster können die Muskulatur entspannen und so verspannungsbedingte Beschwerden lindern. Es gibt Wärmepflaster, die keinen Arzneistoff enthalten und ausschließlich über Wärme wirken. Sie sollten nicht auf verletzter oder gereizter Haut angewendet werden. Menschen mit eingeschränktem Wärmeempfinden, etwa bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen, lassen sich vor der Anwendung am besten beraten.

Richtig lagern, regelmäßig prüfen, sicher entsorgen

Arzneimittel sollten trocken, dunkel und bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Badezimmer und Küche sind wegen der wechselnden Temperaturen und hohen Luftfeuchtigkeit ungeeignet; besser ist ein Schrank im Flur oder Schlafzimmer. Die Hausapotheke sollte für Kinder unerreichbar und idealerweise abschließbar sein. Bewahren Sie Arzneimittel am besten in der Originalverpackung zusammen mit dem Beipackzettel auf.

Prüfen Sie den Inhalt mindestens einmal im Jahr, der Beginn der Erkältungssaison bietet sich dafür an. Achten Sie dabei auf das Verfallsdatum und auf Veränderungen in Farbe, Geruch oder Konsistenz. Viele flüssige Arzneimittel wie Nasensprays, Säfte oder Augentropfen sind nach dem Öffnen nur begrenzt haltbar. Es empfiehlt sich, das Anbruchdatum direkt auf der Packung zu notieren.

Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Arzneimittel gehören nicht in die Toilette oder den Ausguss. In Bayern ist für die meisten Arzneimittel die Entsorgung über den Restmüll der empfohlene Weg, da dieser verbrannt wird. Achten Sie darauf, dass Kinder oder Dritte keinen Zugriff auf die entsorgten Arzneimittel haben. Welche Regelung an Ihrem Wohnort gilt, erfahren Sie bei Ihrer kommunalen Abfallberatung oder unter arzneimittelentsorgung.de.

Vorbeugen ist besser als behandeln

Erkältungsviren werden vor allem über Tröpfchen und über die Hände übertragen. Gründliches Händewaschen mit Seife, Niesen und Husten in die Armbeuge sowie regelmäßiges Lüften verringern das Ansteckungsrisiko. Auch ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und Bewegung an der frischen Luft unterstützen die körpereigene Abwehr.

Gegen einige Atemwegserreger gibt es zudem Impfungen, auf die wir genauer in einem separaten Artikel eingehen werden.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Eine einfache Erkältung klingt in der Regel nach etwa einer Woche ab und lässt sich gut selbst behandeln. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie jedoch eine Arztpraxis aufsuchen:

  • hohes Fieber über 39 °C oder Fieber, das länger als drei Tage anhält
  • Atemnot, Schmerzen in der Brust oder pfeifende Atmung
  • starke Ohren- oder Kopfschmerzen, Schmerzen im Bereich der Nasennebenhöhlen
  • Beschwerden, die länger als zehn Tage andauern oder sich nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtern
  • blutiger Auswurf oder ein deutlich beeinträchtigter Allgemeinzustand

Besondere Vorsicht gilt bei Säuglingen und Kleinkindern, Schwangeren, älteren Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, in Notfällen wählen Sie die 112.

So unterstützt Sie Ihre Primavital Apotheke

Welche Mittel in Ihre Hausapotheke gehören, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Unser Team berät Sie gerne dabei, Ihre Hausapotheke für Herbst und Winter passend zusammenzustellen. Bringen Sie dazu gerne eine Liste Ihrer vorhandenen Arzneimittel mit, damit wir gemeinsam prüfen können, was fehlt und was ersetzt werden sollte.

Wir achten dabei auf mögliche Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die Sie bereits einnehmen, und empfehlen für Kinder altersgerechte Präparate und Dosierungen. Auch Schwangere, Stillende und Menschen mit Vorerkrankungen beraten wir individuell. So sollten beispielsweise Menschen mit Bluthochdruck bestimmte Erkältungsmittel nur nach Rücksprache anwenden. Ihren Blutdruck können Sie bei uns jederzeit kostenlos und ohne Termin messen lassen.

Darüber hinaus helfen wir Ihnen bei der Wahl des passenden Fieberthermometers, erklären die richtige Anwendung von Nasensprays und Inhalationshilfen und beraten Sie zu Wärmeanwendungen bei Verspannungen. Und wenn Beschwerden länger andauern oder Warnzeichen auftreten, sagen wir Ihnen ehrlich, wann ein Arztbesuch der bessere Weg ist.

Fazit

Mit einer gut sortierten und regelmäßig geprüften Hausapotheke sind Sie für die Erkältungssaison gut gerüstet. Nutzen Sie den Herbst, um abgelaufene Arzneimittel auszusortieren und Ihren Vorrat gezielt zu ergänzen. Bei Fragen zur Auswahl, Anwendung oder Aufbewahrung Ihrer Arzneimittel ist das Team Ihrer Primavital Apotheke gerne persönlich für Sie da.